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Weitere Zyto-Marker

Der konventionelle zytologische Abstrich weist mit 96-98% eine bekanntermaßen sehr hohe Spezifität auf. Die Sensitivtät liegt jedoch nur bei 80%, je nach Studie sogar nur bei 50%.

Zur besseren Einordnung auffälliger zytologischer Befunde wurden in der Zytologie zervikale Marker etabliert, die man in Biomarker (p16/Ki67) und Prognosemarker (HPV-Testung und HPV-L1-Kapsidnachweis) unterteilt.

 

Biomarker

 

p16 ist ein körpereigenes, normalerweise den Zellzyklus hemmendes Protein.

Ki67 ist ein Proliferationsmarker, der normalerweise nur in den basalen Schichten  des zervikalen Plattenepithels exprimiert wird.

Mit der p16/Ki67-Bestimmung (CINtec®  Plus) kann eine onkogene Veränderung im Abstrich nachgewiesen werden.

Ein positives Testergebnis liegt nur vor, wenn beide oben genannten Marker in der gleichen  Zelle positiv sind. In gesunden Zellen wird der gleichzeitige Nachweis von p16 und Ki-67 in einer Zelle nicht gesehen.

 

Prognosemarker

 

Das Vorhandensein von HPV der High-risk-Gruppe ist Grundvoraussetzung für die Entstehung einer zervikalen Dysplasie. Der Hybrid-Capture-2-Test ist die etablierte Nachweismethode für 13 HPV-High-risk-Typen und sollte bei jedem zytologischen Dysplasieverdacht durchgeführt werden.

 

 

Fragen Sie uns!

Gerne stehen wir Ihnen v. a. bei bereits auffälligen Zytologischen Ergebnissen Ihrer Patientin zur aussagekräftigen HPV-Diagnostik zur Verfügung. Wir führen bewusst die leitlinienorientiert Hybrid capture-Diagnostik durch und verzichten aus Mangel an klinischer Relevanz auf die PCR-Subklassifizierung der HPV-Stämme.

 

Zu ihrer Erinnerung einige Leitsätze zu HPV

  • Die HPV-Impfstoffe geben Adoleszenten vor der Kohabitarche einen sicheren Schutz vor einer Infektion mit den karzinogenen Typen 16 und 18.
  • Der HC2-HPV-DNA-Test gibt bei Geimpften und Ungeimpften zuverlässig Auskunft, ob ein Risiko für ein Zervixkarzinom oder eine Vorstufe besteht (DNA-Test = Gennachweis = Risikomarker, nicht: Immunitätsnachweis).
  • 95% der Frauen, die ein Zervixkarzinom entwickeln, sind >30 Jahre. In dieser Altersgruppe finden wir etwa 5% HPV-Testpositive. Wenn hier der Pap-Test negativ ist, warten wir zunächst ab.
  • Wenn nach einem Jahr (oder bei HPV-16/18-Positivität nach einem halben Jahr) der zweite HPV-DNA-Test wieder positiv ist (insgesamt nur 1-2%), besteht ein Risiko für Vorliegen oder Entwicklung einer CIN auch wenn der Pap-Test noch negativ ist! Es gibt keinen zielgenaueren Test für diese Risikoselektion.
  • In der Kombination von Zytologie (optimal ThinPrep + Computerassistenz) und negativem HPV- DNA-Test ist die negative Vorhersage praktisch 100% sicher.
  • Mit diesem Vorgehen können Sie >95% der Frauen die Sicherheit geben, gegenwärtig kein Risiko für ein Zervixkarzinom oder eine Vorstufe zu haben. Gäbe es einen entsprechenden Test für das Prostatakarzinom, er wäre wohl schon längst Teil der gesetzlichen Vorsorge.
  • Durch dieses Vorgehen wird die Sterblichkeit am Zervixkarzinom nachweislich gesenkt.
  • Der von uns eingesetzte HC2-Test ist weiterhin der Standardtest. Für andere Verfahren fehlen immer noch ausreichende Studiendaten für den Routineeinsatz.
  • Eine HPV-Testung wegen oder vor der HPV-Impfung ist bisher nicht sinnvoll ???? Die vertragsärztlichen Indikationen Abklärung grenzwertiger und niedriggradiger zytologischer Aufälligkeit sowie Z. n. Therapie der CIN sind fest etabliert.
  • Eine histologische Abklärung bzw. Therapie sollte schonend geschehen, besonders vor Abschlussß der Familienplanung.
  • Lesen Sie im Folgenden die ausführliche Zusammenstellung der neuesten Daten aber auch die S2K-Leitlinie der DGGG.

 

Der Vollständigkeit halber erwähnt, erkennt der cytoaktiv® Test ein körpereigenes Protein, welches eine zentrale Rolle bei der Abwehr der HPV-Infektion spielt.
Ist dieses Protein im Abstrich nachweisbar, zeigt dies, dass sich der Körper mit seinem Immunsystem sehr wahrscheinlich gegen die Infektion durchsetzt. Die Durchführung eines cytoaktiv® Tests ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn bereits eine Infektion mit high risk HPV vorliegt. Letztendlich durchgesetzt hat sich dieser Test nicht, da eine Entscheidungsfindung nicht signifikant verbessert wird.

Wir führen deshalb diese Testung aktuell nicht mehr durch.