Eine schwedische Langzeitstudie mit über 400.000 Frauen zeigt: Wer die allererste Einladung zum Brustkrebs-Screening (Mammografie) verpasst, trägt über die nächsten 25 Jahre ein deutlich höheres Risiko, an Brustkrebs zu sterben.
Die zentralen Erkenntnisse
• 40 % höheres Sterberisiko: Frauen, die nicht zum ersten Termin gingen, hatten ein um 40 % höheres Risiko, an Brustkrebs zu versterben, als Frauen, die teilnahmen.
• Gleiche Erkrankungsrate, anderes Ende: Interessanterweise erkrankten in beiden Gruppen fast gleich viele Frauen an Brustkrebs (ca. 7,7 %). Der entscheidende Unterschied war jedoch, wann der Krebs entdeckt wurde.
• Zu späte Diagnose: Bei Frauen, die das erste Screening schwänzten, wurde der Krebs oft erst entdeckt, wenn bereits Symptome auftraten. Das Risiko, dass der Krebs bei der Diagnose bereits in einem weit fortgeschrittenen Stadium (Stadium IV) war, war bei ihnen 3,6-mal höher.
• Einmal verpasst, oft verpasst: Die Studie zeigt auch ein psychologisches Muster: Wer zum ersten Termin nicht erscheint, nimmt statistisch gesehen auch an zukünftigen Vorsorgeuntersuchungen seltener teil (nur ca. 5 von 10 Terminen, während Teilnehmerinnen fast 9 von 10 wahrnehmen).
Warum ist das wichtig?
Die erste Mammografie scheint ein Schlüsselmoment zu sein. Sie legt oft fest, ob eine Frau auch in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig zur Vorsorge geht
Das Fazit der Forscher: Ein einfaches Einladungsschreiben reicht oft nicht aus. Wenn eine Frau den ersten Termin verpasst, sollten Gesundheitssysteme aktiver reagieren – zum Beispiel durch Telefonanrufe oder automatische Ersatztermine –, um dieses vermeidbare Sterberisiko zu senken.
Kurz gesagt: Der erste Termin ist der wichtigste, da er die Weichen für eine frühzeitige Heilung stellt, falls man später tatsächlich erkrankt.
Quelle: Ma Z et al.: First mammography screening participation and breast cancer incidence and mortality in the subsequent 25 … BMJ. 2025 Sep 24:390:e085029. doi: 10.1136/bmj-2025-085029.